Projektdaten

Nutzfläche10.790 m2 (gesamt)
Bruttorauminhalt42.420 m3 (gesamt)
Ausführungszeitraum2015-2016
BeauftragungLP 1-9
Gesamtkosten20.000.000 EUR
AuftraggeberStadt Freiburg
Projektstatusfertig gestellt
ArbeitsgemeinschaftFranz und Geyer, Stocker Dewes und Jochen Weissenrieder
FotosMiguel Babo, Yohan Zerdoun, Jochen Weissenrieder
AuszeichnungHugo Häring Auszeichnung 2017

Projektbeschreibung

Durch das Gebäudemanagement der Stadt Freiburg wurde im Herbst 2015 für 3 Standorte Studienaufträge an unterschiedliche Architekten vergeben. Ebenso kristallisierte sich in den Gesprächen sehr schnell heraus, dass eine Unterbringung angestrebt wird, die eine Alternative zu den üblichen Stahlcontainerlösungen darstellt, jedoch im sehr knapp bemessenen Zeit- und Kostenplan mit den Stahlcontainerlösungen vergleichbar ist. Auch sollte die Lösung für spätere (alternative) Nachnutzungen tauglich sein und lokale Handwerksfirmen berücksichtigen. Holzbauweise wurde nicht ausgeschlossen.

Das Konzept wurde dann mit den beauftragten Architekten

Franz und Geyer Architekten - Standort Gundelfinger Straße
Stocker.Dewes Architekten - Standort Merzhausener Straße
Jochen Weissenrieder Architekten - Standort Am Maierbrühl, Fr-Tiengen

gemeinsam mit Tragwerks-, Haustechnikplanern und lokalen Zimmereifirmen in sehr kurzer Zeit mit enormen Kraftaufwand entwickelt. Die Architekten haben sich mittlerweile zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen und bearbeiten alle Standorte konzeptionell gemeinsam, lediglich die spezifischen Abklärungen und Bauleitung obliegt dann dem jeweils ausführenden Büro. Im Planungsprozess konnten bisher alle Beteiligten von den Erfahrungen der anderen Mitbeteiligen stark profitieren.

Die IDEE:

Als Grundkonstruktion dient ein 6-seitiges Holzmodul aus Brettsperrholzelementen. Insgesamt werden ca. 700! Holzmodule für alle drei Standorte benötigt. Alle Standorte arbeiten mit den selben Modulgrößen, Anordnung von Fenstern und Türen, etc. Die Module werden teilweise dreigeschossig gestapelt und mittels Stahltreppen und Stahlstegen (als Balkonersatz) ergänzt und verbunden. Als Fassade sollen Holzverkleidungen aus 3S-Platten oder Leistenschalungen zur Ausführung kommen. Die Fichtenoberflächen in den Zimmern und Fluren bleiben unverkleidet.
Da es sich um Notunterkünfte handelt sind die Grundrisse eher konventionell gestrickt. Eine Nachnutzung sieht jedoch vor, jeweils 3 Module zu 2 Studentenapartments (mittleres Modul aus 2-geteiltes Badezimmer) umzugestalten. Die Raumhöhe im Erdgeschosszone ist größer ausgelegt, so dass mit diesen Modulen auch Kinderkrippen, Betreuungsräume, etc. später geschaffen werden können.

Da das Abbinden dieser Elemente und der benötigen Holzmassen beim Holzlieferanten jedoch enormen Lieferengpässe erzeugen würde, musste auf Stangenware zurückgegriffen werden. Mit Hilfe der Handwerkskammer wurde eine Anfrage gestartet um interessierte Firmen zu gewinnen, die sich an einem solchen Projekt beteiligen würden. Mittlerweile haben sich vier regionale Holzbaufirmen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen und bearbeiten nach der Preisfindung über eine beschränkte Ausschreibung den Holzbauauftrag.

Brettsperrholzplatten mit einer Breite von 125 cm und einer Länge von ca. 600-1200 cm werden als Rohmaterial an eine der vier Zimmereien geliefert. Diese organisiert auf der eigenen Abbundanlage den Abbund und verteilt die beschnittene Ware an die drei weiteren Firmen, die mit der Montage und dem Zusammenfügen der der Platten beschäftigt sind.

Parallel hierzu laufen auf den Baustellen die Erdarbeiten, Fundamentarbeiten und weitere Vorbereitungen, damit die Boxen ab Januar 2016 durch die Zimmereien versetzt werden können. Zur Zeit laufen noch die internen Vorbereitungen, es ist jedoch kalkuliert, dass ab Dezember 2 Module / Tag / Zimmerei hergestellt werden. Der Ausbau und das Aufbringen der Fassade erfolgt dann vor Ort mit standardisierten und gemeinsam entwickelten Regeldetails.

Ein Hauptproblem stellt die enormen Größe der drei Projekte dar und der damit verbundenen Logistik. Die Module mussten wie oben beschrieben in kurzer Zeit entwickelt und zur Serienreife gebracht werden (ca. 1,5 Monate). Freiburg ist Erdbebenzone, dies stellt ein zusätzliche Herausforderung an alle Planer dar, ebenso die sehr schlechten Baugründe (zum Teil mit Bohrpfählen).
Fertigstellung des ersten Standorts (Tiengen) war Ende März , Gundelfinger Strasse Ende Mai und Merzhausener Strasse Ende Juli. 

Der Zusammenschluss von uns Architekten brachte enorme Synergien mit sich. Der oben beschriebene Zusammenschluss von „eigentlich konkurrierenden Firmen“ ist ein Novum, jedoch auch eine Notwendigkeit, ohne die eine Realisierung niemals möglich wäre.

Link zur Badischen Zeitung


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